Familienmanagement

Vereinbarkeit von Beruf und Familie/Pflege in der Stadtverwaltung Euskirchen 

Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für die Stadtverwaltung Euskirchen schon lange ein Thema. Vereinbarkeitsfragen sind in allen betrieblichen Leitbildern strategisch verankert, so z. B. im Führungskräfteleitbild, im Betrieblichen Gesundheitsmanagement, im Personalentwicklungskonzept und selbstverständlich auch im Frauenförderplan. Neben der Zielsetzung, größere Arbeitszufriedenheit und eine stärkere Motivation der Beschäftigten durch die eingeführten Regelungen zur besseren Vereinbarkeit zu erreichen und damit eine Verbesserung der Dienstleistungsqualität und Sozialverträglichkeit, ist der Erhalt und die Bindung bzw. Gewinnung qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein wesentliches Ziel.

 

In der Stadtverwaltung Euskirchen arbeiten 39% der Beschäftigten in Teilzeit – mit allen denkbaren Arbeitszeitmodellen. Allen Anträgen auf Teilzeit wurde bislang stattgegeben. Zudem teilen sich derzeit 6 Beschäftigte 3 Vollzeitstellen im Jobsharing (Stand September 2011). Mit dem Ziel, den Wiedereinstieg zu erleichtern, werden nur in Teilzeit besetzte Vollzeitstellen mit Wiedereinsteiger/innen „aufgestockt“, und dies bei entsprechendem Wunsch bereits in der Elternzeit.

 

Schon seit 2000 gibt es eine Dienstvereinbarung über die Arbeitszeitflexibilisierung. In der Stadtverwaltung Euskirchen gibt es seitdem für die Beschäftigten keine Kernzeiten mit Anwesenheitspflicht mehr. Eingeführt wurde ein Arbeitszeitrahmen von 6:30-19:30 Uhr. In diesem Arbeitszeitrahmen können die Beschäftigten ihren Arbeitsbeginn und das Arbeitsende frei wählen, sofern gewährleistet ist, dass das Sachgebiet bzw. die Abteilung in den Präsenszeiten ausreichend besetzt ist. Präsenzpflicht der Sachgebiete und Abteilungen ist montags bis donnerstags von 8:30-16:30 und freitags von 8:30-12:30 Uhr. Damit sind die Öffnungszeiten für die Bürgerinnen und Bürger sowie die hausinterne Kommunikation über diese Öffnungszeiten hinaus gesichert. Diese Regelung wird von allen Beschäftigten rege genutzt und führt in erheblichem Maße zu höherer Arbeitszufriedenheit – und dies nicht nur für die Beschäftigten, die Beruf und Familie im engeren Sinne in Einklang bringen müssen, sondern für alle Beschäftigten im Sinne eines besseren Work-Life-Balance.

 

Ebenfalls bereits seit 2000 gilt in der Stadtverwaltung Euskirchen eine Dienstvereinbarung über Tele- und Heimarbeitsplätze. Derzeit (Stand September 2011) arbeiten 13 Beschäftigte in „echter“ Telearbeit, d.h. mit Anbindung an das Hausnetz über eine gesicherte Internetverbindung. Hierzu bedarf es einer vertraglichen Regelung. Möglich ist auch Heimarbeit ohne direkte DV-Anbindung an das Hausnetz. Zudem ist Zu-Hause-Arbeit jederzeit in Absprache mit dem Vorgesetzten möglich.

Die Stadtverwaltung Euskirchen war in 2010 landesweit die erste Stadtverwaltung, die sich mit dem demographisch relevanten Thema „Vereinbarkeit von Beruf mit Pflege“ beschäftigte. Sie war eines von 16 Unternehmen, die am Projekt „unternehmensseitige Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“ der Landesregierung teilgenommen hat. Dieses Projekt wurde zwischenzeitlich Gewinnerprojekt des Wettbewerbs familie(at)unternehmen.nrw und als „Gutes Beispiel“ auf der Aktionsplattform familie(at)beruf.nrw eingestellt. Im Rahmen der Untersuchung wurde eine Fragebogenaktion durchgeführt, die ergab, dass bereits jede/r Siebte des Rücklaufs von Pflegeaufgaben betroffen ist und jede/r Zweite dieses Thema auf sich zukommen sieht. Damit sind Vereinbarkeitsfragen zu Beruf und Pflege für 2/3tel der auf die Befragung antwortenden Beschäftigten ein Thema und hochgerechnet auf die gesamte Belegschaft demnach für mind. jede/n 5. Beschäftigten in der Stadtverwaltung Euskirchen. 

Folgende Maßnahmen wurden in einem Beschäftigten- und einem Vorgesetzten-Workshop entwickelt und werden derzeit eingeführt:

·         bessere Kommunikation der bestehenden Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf mit Pflege (Pflegezeitgesetz, Dienstvereinbarungen, Teilzeitmöglichkeiten etc.) mit Hilfe einer Infosammlung/-mappe beim Personalrat und einer neuen Rubrik im Intranet

·         Enttabuisierung (Sensibilisierung der Vorgesetzten) 

·         Erstellung eines Ratgebers für den (plötzlich eintretenden) Pflegefall

·         Benennung zentraler Ansprechpartner/innen zum Thema Vereinbarkeit von Beruf mit Pflege (Personalverwaltung, Seniorenbeauftragte, Personalrat)

·         Gründung einer Betroffenengruppe (Stand September 2011: 14 Personen, bislang 3 Treffen)

·         bessere hausinterne Vernetzung zu Vereinbarkeitsfragen (Arbeitsgruppe aus Personalverwaltung, Personalrat, Gleichstellungsbeauftragte, Stabsstelle Demographie)

Kontakt: 

Cordula Nibte, Fachbereich 1, Sachgebietsleitung Organisation und Personalentwicklung, Tel.: 02251/14-328, eMail: cnibte(at)euskirchen.de

Stephanie Burkhardt, Stabsstelle Demographie, Tel.: 02251/14-324, eMail: sburkhardt@euskirchen.de

Iris Poth
Tel.: 02251 / 15-369
E-Mail Kontakt

Sarah Weber
Tel.: 02251 / 15-904
E-Mail Kontakt

Christof Gladow
Tel.: 02251 / 15-370
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