19.09.2014

Wenn Beschäftigte pflegen...! Eine Einführung für Unternehmen.

"Nicht jeder Mensch hat Kinder, doch jeder Mensch hat Eltern", führte Herr Landrat Günter Rosenke in die von der Struktur- und Wirtschaftsförderung durchgeführte Veranstaltung am 17.09.2014 ein. Und er machte damit auf eine Problemstellung aufmerksam, die eine wachsende Anzahl von Beschäftigten bereits Heute betrifft oder in Zukunft betreffen könnte. Die Vereinbarkeit von privaten, pflegerischen Aufgaben mit dem Beruf stellt viele Beschäftigte vor enorme Herausforderungen und bedeutet zumeist auch eine intensive psychische Belastung, wie Oliver Schmitz von der berufundfamilie gGmbH zu berichten weiß. Die Auswirkungen der Doppelbelastung auf den Arbeitsplatz können sehr unterschiedlich sein und reichen von mangelnder Konzentrations- und Leistungsfähigkeit bis hin zur Aufgabe der Beschäftigung.

Für Betriebe erscheint es vor diesem Hintergrund zunehmend wichtiger, die betrieblichen Gestaltungsmöglichkeiten für eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu nutzen. Unerlässlich ist es für Personalverantwortliche sich mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen und Freistellungsansprüchen im Falle der Pflege eines Angehörigen auseinanderzusetzen. "Was Unternehmen über Pflegegesetze wissen sollten", vermittelte in der Veranstaltung Daniel Genz von der Struktur- und Wirtschaftsförderung.

Die Stabsstellenleiterin der Kreiswirtschaftsförderung, Iris Poth, die die zahlreichen Unternehmensvertreter durch das Programm führte, kündigte an dieser Stelle unterstützende Maßnahmen und Hilfestellungen für die Betriebe an. Die vorgestellten Angebote wurden ausgehend von dem Engagement des Netzwerkes Familie und Beruf in der der Struktur- und Wirtschaftsförderung entwickelt und mit Partnern umgesetzt.

Der sog. "Betriebliche Pflegekoffer" wurde von der Projektbeauftragten, Sarah Weber, vorgestellt. Er dient den Unternehmen als Orientierung, zur Information und praktischen Unterstützung. Gepackt wurde er u.a. mit Checklisten für von Pflege betroffenen Beschäftigten, nützlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Listen aller relevanter Ansprechpartner und Kontaktstellen im Kreis Euskirchen. Der Betriebliche Pflegekoffer kann in nahezu jedem Betrieb angewendet werden. Er eröffnet eine Kommunikation über das Thema und hält im Bedarfsfall erste Informationen für die Beschäftigten bereit.

Auszuweiten ist diese Maßnahme durch die Schulung einer "unternehmensinternen Kontaktstelle" für das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der oder die geschulte Ansprechpartner/in im Betrieb hilft, veränderte Lebensumstände und Arbeit erfolgreich unter einen Hut zu bekommen und liefert im Akutfall eine schnelle Orientierung und vermittelt gezielt an zuständige Ansprechpartner innerhalb und außerhalb des Betriebs. Laut André Schülke kann die Kontaktstelle des Weiteren zur Entwicklung günstiger Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf innerhalb des Unternehmens beitragen. Schülke ist Coach der Mittelstandsberatung ac.consult, die die Qualifizierungsmaßnahme im Auftrag des Kreises Euskirchen konzipiert hat und an vier Tagen im November und Dezember durchführen werden.

Interessierte Unternehmen können bei der Struktur- und Wirtschaftsförderung den Betrieblichen Pflegekoffer bestellen und noch bis zum 24.10.2014 eine/n Mitarbeiter/in zur Schulung anmelden.

Flankiert wird das unternehmensspezifische Angebot durch das Zentrale Informationsbüro Pflege des Kreises Euskirchen, an das sich von Pflege betroffene Menschen wenden können. Die Beraterinnen Sabine Haas und Inge Garbes stellten die Beratungseinrichtungen vor. Neben telefonischer und persönlicher Beratung, bietet das Z.I.P. auch aufsuchende Beratung bei den Betroffenen zu Hause an.

 

Ansprechpartnerin Struktur- und Wirtschaftsförderung: Sarah Weber, Tel.: 02251-15 904, E-Mail: sarah.weber@kreis-euskirchen.de

Ansprechpartnerin Z.I.P.: Sabine Haas, Abt. Soziales, Tel.: 02251-15 521, E-Mail: sabine.haas@kreis-euskirchen.de

 

Die Vortrage des Veranstaltung stellen wir Ihnen nachfolgend zum Download zur Verfügung.

 


Iris Poth
Tel.: 02251 / 15-369
E-Mail Kontakt

Sarah Weber
Tel.: 02251 / 15-904
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Christof Gladow
Tel.: 02251 / 15-370
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